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Reutlingen. (phr) „Treu Kolping“ – mit dieser Begrüßung empfingen die rund 30 anwesenden Mitglieder der Kolpingfamilie um ihren Vorsitzenden Ulrich Ruisinger den Bundestagsabgeordneten Ernst-Reinhard Beck dieser Tage im Reutlinger Kolpinghaus. Im Mittelpunkt seines Vortrages mit anschließender Diskussion stand ein „Bericht aus Berlin“ zur Bundes- und Europapolitik.
Brandaktuell berichtete Beck zur europäischen Finanzkrise. Nach seiner Ansicht handele es sich um eine Staatsschuldenkrise und nicht um eine Eurokrise. Es sei deshalb nicht sinnvoll, über einen Austritt Deutschlands aus der Eurozone nachzudenken, denn eine Rückkehr zur D-Mark hätte deren massive Aufwertung zur Folge und damit katastrophale Auswirkungen auf den deutschen Export und somit auf den Arbeitsmarkt. „Innerhalb kürzester Zeit hätten wir eine Vervielfachung der Arbeitslosen im Land,“ warnte der Abgeordnete, „weil es sich kein anderes Land mehr leisten könnte, deutsche Waren zu importieren. Als Exportnation, die 60 Prozent ihrer Waren in den Euroraum verkauft, würde uns die D-Mark sprichwörtlich bis ins Mark treffen“, so Beck.
Als eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben sieht Beck die sichere und bezahlbare Energieversorgung des Landes. In den nächsten Jahren kämen durch die zu Beginn viel zu hoch angesetzten Einspeisevergütungen für Photovoltaikanlagen Belastungen im zweistelligen Milliardenbereich auf die Bürgerinnen und Bürger zu. „Nicht jeder hat die Möglichkeit oder die finanziellen Mittel am derzeitigen Boom teilzuhaben, finanziert aber die gigantischen Kosten durch den Strompreis mit. Es ist dringend notwendig, die Vergütung mit Augenmaß zurückzufahren“, schlug Beck vor.
In der abschließenden Fragerunde wurde ein breites Themenspektrum diskutiert: Von der Piraterie über die Lage der Christen in Afrika bis zum Zustand der Koalition in Berlin.
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